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ZauberbergeNeues von Ernst Krenek und Thomas Mann
Christoph Sobanski - KlavierMit einem Essay von Prof. Dr. Matthias HenkeWerke von Ernst Krenek, Franz Schubert u.a.
Der Zauberberg – so heißt der Zeitroman, den Thomas Mann 1924 veröffentlichte. Das Werk fand ungezählte Bewunderer. Einerseits wegen der innovatorischen, musikalisierenden Erzähltechnik. Andererseits, weil es dem Zeitroman eine zusätzliche Dimension verlieh, indem es nicht nur eine Epoche, sondern auch das Wesen von Zeit an sich reflektiert. 1924 studierte der Komponist Ernst Krenek den Roman, um sich mehr oder weniger unbewusst mit der Hauptfigur zu identifizieren, mit Hans Castorp, der wie gerade er selbst eine Lebenskrise durchlitt. Wenige Wochen nach der Lektüre zog Krenek nach Kassel. Hier vollendete er 1926 Jonny spielt auf, die erfolgreichste Oper der Zwischenkriegszeit. Die auffällige Nähe von Kreneks Jonny zu Manns Zauberberg ist von der Forschung bisher unbeachtet geblieben - für den Musikwissenschaftler und Krenek-Experten Prof. Dr. Matthias Henke (Universität Siegen) ein Grund mehr, dem spannenden Sachverhalt nachzuspüren. |
soundcheck 37Mittwoch, 17. März 201020 Uhr
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ALTES IM NEUENunzeitgemäß zeitgemäßClaudio Monteverdi, Lamento d'AriannaCarl Orff, Klage der AriadneCarl Orff, Carmina buranaTraudl Schmaderer - Sopran Dantes Diwiak - Tenor Florian Rosskopp - Bariton Ji-Youn Song, Hellmuth Vivell - Klavier Olaf Pyras und Ensemble - Schlagzeug Cantiamo. Der Chor der Universität Kassel Andreas Cessak - Leitung Mit einem Essay von Prof. Dr. Frauke Heß Die Musik der Carmina Burana beginnt mit einer Initiale, die in ihrem Lapidarstil längst ein ‚geflügeltes Wort‘ geworden ist. Sie ist zugleich ein verschlüsseltes Zitat, das auf die ersten zwei Takte meiner Fassung von Monteverdis ‚Klage der Ariadne‘ zurückgeht, schreibt Carl Orff bereits 1979 – also lange bevor ein großer Lebensmittelkonzern mit dieser Musik zum Rendezvous der Sinne einlud oder Henry Maske „O Fortuna“ zu seinem musikalischen Auftrittsemblem machte. Im Wortsinn lapidar, wie in Stein gemeißelt, wirken die ersten Takte in ihrer Wuchtigkeit und Statik. Sie werfen bereits eine Frage auf, die für das Gesamtwerk gilt: War diese Komposition, die nie der musikalischen Avantgarde zugerechnet wurde, nicht immer schon ein Anachronismus? Oder ist sie in ihrer Unzeitgemäßheit gerade zeitlos und damit auch heute noch zeitgemäß?
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soundcheck 38Donnerstag, 6.Mai 2010Dienstag, 11. Mai 201019:30 Uhr
Konzertsaal des Institus für Musik
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WAHNSINNAn der GrenzeWolfgang Rihm (*1952)Klavierstück Nr. 6, BagatellenWölfli-Liederbuch für Bassbariton und KlavierRobert Schumann (1810-1856)aus den Gesängen der Frühe für Klavier op. 1334. Bewegt5. Im Anfange ruhiges, im Verlauf bewegteres TempoWolfgang RihmHölderlin-Fragmente für Gesang und Klavier
Johannes M. Kösters - Bassbariton Ulrich Roman Murtfeld - Klavier
Mit einem Essay von Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber „Von der Wiege bis zum Graab. Oder, Durch arbeiten und schwitzen, leiden und Drangsal bettend zum Fluch...“, so Adolf Wölfli (1864-1930), der Schweizer Maler, Dichter und Musiker und einer der wichtigsten Vertreter der Art Brut oder der Outsider Art. Nach einer grausamen Kindheit als misshandeltes Verdingkind wurde er wegen „versuchter Notzucht an Minderjährigen“ verurteilt, 1895 als gemeingefährlicher Schizophrener in die Psychiatrische Klinik Waldau bei Bern eingewiesen und bis zu seinem Tod dort verwahrt. Auf 25.000 zu Heften gebundenen Seiten schuf er eine wahnhafte Welt, seine alternative Autobiographie, mit dem Protagonisten Skt. Adolf II., einer visionären (daher harmlosen) Vorform eines anderen Adolf des 20. Jahrhunderts. Wie Wölfli taumelt Hölderlin auf der fließenden Grenze zwischen genialer Kreativität und entsetzlicher Einsamkeit im Wahnsinn: Verwegner! Möchtest von Angesicht zu Angesicht --- Die Seele sehn --- Du gehest in Flammen unter. Die Gedankenwelt dichtender Grenzgänger inspiriert Komponisten seit dem 19. Jahrhundert, ihre eigene Arbeit schaffend zu reflektieren. |
soundcheck 39Samstag, 19. Juni 201020 Uhr
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Oswald von WolkensteinRitterlicher Haudegen undextravaganter Minnesänger
Werke von Oswald von Wolkenstein u.a.
Cantiamo piccolo, der Kammerchor der Universität Kassel Leitung Andreas Cessak Mit einem Essay von Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde, Judith Eisel und Annekatrin Inder
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soundcheck 40 Mittwoch, 8. Dezember 2010 20 Uhr Konzertsaal des Instituts für Musik
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Demnächst mehr...
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soundcheck 41 |