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Konzerte 2010

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Zauberberge

Neues von Ernst Krenek und Thomas Mann

 

Christoph Sobanski - Klavier

Mit einem Essay von Prof. Dr. Matthias Henke

Werke von Ernst Krenek, Franz Schubert u.a.

 

Der Zauberberg – so heißt der Zeitroman, den Thomas Mann 1924 veröffentlichte. Das Werk fand ungezählte Bewunderer. Einerseits wegen der innovatorischen, musikalisierenden Erzähltechnik. Andererseits, weil es dem Zeitroman eine zusätzliche Dimension verlieh, indem es nicht nur eine Epoche, sondern auch das Wesen von Zeit an sich reflektiert.

1924 studierte der Komponist Ernst Krenek den Roman, um sich mehr oder weniger unbewusst mit der Hauptfigur zu identifizieren, mit Hans Castorp, der wie gerade er selbst eine Lebenskrise durchlitt. Wenige Wochen nach der Lektüre zog Krenek nach Kassel. Hier vollendete er 1926 Jonny spielt auf, die erfolgreichste Oper der Zwischenkriegszeit.

Die auffällige Nähe von Kreneks Jonny zu Manns Zauberberg ist von der Forschung bisher unbeachtet geblieben - für den Musikwissenschaftler und Krenek-Experten Prof. Dr. Matthias Henke (Universität Siegen) ein Grund mehr, dem spannenden Sachverhalt nachzuspüren.

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Mittwoch, 17. März 2010

20 Uhr

Eulenssal

der Murhardschen Bibliothek

Reservierungen

Kartenpreise

 

 

 

 

 

 

ALTES IM NEUEN

unzeitgemäß zeitgemäß

Claudio Monteverdi, Lamento d'Arianna

Carl Orff, Klage der Ariadne

Carl Orff, Carmina burana

Traudl Schmaderer - Sopran

Dantes Diwiak - Tenor

Florian Rosskopp - Bariton

Ji-Youn Song, Hellmuth Vivell - Klavier

Olaf Pyras und Ensemble - Schlagzeug

Cantiamo. Der Chor der Universität Kassel

Andreas Cessak - Leitung

Mit einem Essay von Prof. Dr. Frauke Heß

Die Musik der Carmina Burana beginnt mit einer Initiale, die in ihrem Lapidarstil längst ein ‚geflügeltes Wort‘ geworden ist. Sie ist zugleich ein verschlüsseltes Zitat, das auf die ersten zwei Takte meiner Fassung von Monteverdis ‚Klage der Ariadne‘ zurückgeht, schreibt Carl Orff bereits 1979 – also lange bevor ein großer Lebensmittelkonzern mit dieser Musik zum Rendezvous der Sinne einlud oder Henry Maske „O Fortuna“ zu seinem musikalischen Auftrittsemblem machte. Im Wortsinn lapidar, wie in Stein gemeißelt, wirken die ersten Takte in ihrer Wuchtigkeit und Statik. Sie werfen bereits eine Frage auf, die für das Gesamtwerk gilt: War diese Komposition, die nie der musikalischen Avantgarde zugerechnet wurde, nicht immer schon ein Anachronismus? Oder ist sie in ihrer Unzeitgemäßheit gerade zeitlos und damit auch heute noch zeitgemäß?

 

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Donnerstag, 6.Mai 2010

Dienstag, 11. Mai 2010

19:30 Uhr

 

Konzertsaal des Institus für Musik

Reservierungen

Kartenpreise

 

 

 

WAHNSINN

An der Grenze

Wolfgang Rihm (*1952)

Klavierstück Nr. 6, Bagatellen

Wölfli-Liederbuch für Bassbariton und Klavier

Robert Schumann (1810-1856)

aus den Gesängen der Frühe für Klavier op. 133

4. Bewegt

5. Im Anfange ruhiges, im Verlauf bewegteres Tempo

Wolfgang Rihm

Hölderlin-Fragmente für Gesang und Klavier

 

Johannes M. Kösters - Bassbariton

Ulrich Roman Murtfeld - Klavier

 

Mit einem Essay von Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber

„Von der Wiege bis zum Graab. Oder, Durch arbeiten und schwitzen, leiden und Drangsal bettend zum Fluch...“, so Adolf Wölfli (1864-1930), der Schweizer Maler, Dichter und Musiker und einer der wichtigsten Vertreter der Art Brut oder der Outsider Art. Nach einer grausamen Kindheit als misshandeltes Verdingkind wurde er wegen „versuchter Notzucht an Minderjährigen“  verurteilt, 1895 als gemeingefährlicher Schizophrener in die Psychiatrische Klinik Waldau bei Bern eingewiesen und bis zu seinem Tod dort verwahrt. Auf 25.000 zu Heften gebundenen Seiten schuf er eine wahnhafte Welt, seine alternative Autobiographie, mit dem Protagonisten Skt. Adolf II., einer visionären  (daher harmlosen) Vorform eines anderen Adolf des 20. Jahrhunderts.

Wie Wölfli taumelt Hölderlin auf der fließenden Grenze zwischen genialer Kreativität und entsetzlicher Einsamkeit im Wahnsinn: Verwegner! Möchtest von Angesicht zu Angesicht --- Die Seele sehn --- Du gehest in Flammen unter.

Die Gedankenwelt dichtender Grenzgänger inspiriert Komponisten seit dem 19. Jahrhundert, ihre eigene Arbeit schaffend zu reflektieren.

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Samstag, 19. Juni 2010

20 Uhr

Eulenssal

der Murhardschen Bibliothek

Reservierungen

Kartenpreise

 

 

 

Oswald von Wolkenstein

Ritterlicher Haudegen und

extravaganter Minnesänger

 

Werke von Oswald von Wolkenstein u.a.

 

Cantiamo piccolo, der Kammerchor der Universität Kassel

Leitung Andreas Cessak

Mit einem Essay von

Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde, Judith Eisel und

Annekatrin Inder

 

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Mittwoch, 8. Dezember 2010

20 Uhr

Konzertsaal des Instituts für Musik

Reservierungen

Kartenpreise

 

 

 

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