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Seele - KehleVom Singen und Bedeuten
„Lobe den Herrn, meine Kehle!“ (Ps 103,1) fordert sich der betende Mensch des Psalters selbst auf. In der Schöpfung wimmelt das Wasser von lebendigen Kehlen (Gen 1,20), und der Mann, der eine Frau begehrt, dessen Kehle klebt an ihr (Gen 34,3). Ein vernachlässigtes Organ in unserer Kultur, ist die Kehle für das Menschenbild der hebräischen Bibel zentral. Der Fluss des Atems ebenso wie des Tons, Lebendigkeit und bedrohtes Leben, Begehren und Identität – die Fülle der Bedeutungen des hebräischen Wortes naefaesch übersteigt unsere Vorstellung von der Seele (so die gängigste Übersetzung) ins Körperliche, Leidenschaftliche und Lebensvolle hinein. Was bleibt von der angeblich so natürlichen Körperwahrnehmung, wenn Menschen anderer Kulturen ihre Körper ganz anders erleben?
Cyrillus Kreek (1889-1962), „Önnis on inimene“ (Wohl dem Menschen) für 4stimmigen Chor a cappella Pyras/Karger, Genealogie für Trommel und Stimme Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), 2. Psalm „Warum toben die Heiden“ für Solostimmen und Chor a cappella op. 78 Nr. 1 Pyras/Karger, Gottesbeweis Felix Mendelssohn Bartholdy, 43. Psalm „Richte mich, Gott“ für Solostimmen und Chor a cappella op. 78 Nr. 2 Pyras/Karger, Am siebten Tag Felix Mendelssohn Bartholdy, 22. Psalm „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen“ für Solostimmen und Chor a cappella op. 78 Nr. 3 Pyras/Karger, Epilog AusführendeOlaf Pyras, Reinhard Karger Cantiamo - Der Chor der Universität Kassel Leitung Andreas Cessak
Mit einem Essay von Prof. Dr. Ilse Müllner Pressestimmen: „Psalmvertonungen von Felix Mendelssohn für vielstimmigen Chor a-cappella waren in ihrer hochherzig-anspruchsvollen Setzweise ideale Kompositionen, um das, was mit der „Kehle“ noch in heutiger Zeit umzusetzen ist, zu veranschaulichen. Cantiamo, der aus 40 Sängerinnen und Sängern bestehende Universitätschor unter seinem Leiter Andreas Cessak ist ein Ensemble, das durch die Homogenität seiner jungen, großenteils ausgebildeten Stimmen überzeugt und auch solistische Partien ... gut und sicher bewältigt.“ HNA, 6.1.07 |
soundcheck 154. Ferbruar 200717 Uhrzu Gast in der Kreuzkirche Kassel
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Malborough s'en va-t-en guerreSchauspiel mit Musik von Ernst Krenek nach einem Text von Marcel AchardMALBOROUGH ist eine Parabel über den Krieg. Über den Krieg, der nicht an der Front beginnt, nicht mit großen Aufmärschen, sondern in der Zweierbeziehung, in der kleinsten Einheit des menschlichen Sozialgefüges. Die Grenzen zwischen Krieg und Eros, führt Achard mit gallischer Ironie vor, sind fließend. Ein erfolgreicher Krieger, zeigt sein Spiel, hat etwas Erotisches, die Erotik etwas Kriegerisches – schließlich kämpft man auf beiden Seiten mit den gleichen Waffen: mit Intrigen, falschen Versprechungen, Verlockungen, Appellen an die Eitelkeit und Drohgebärden. MALBOROUGH – das ist aber auch die Geschichte eines in Kassel entstandenen, doch verloren geglaubten Bühnenstücks, das wieder entdeckt und erweckt wurde. Ausführende Studierende der Fachrichtung Musik Christine Helmreich - Maske Hellmuth Vivell - Klavier Reinhard Karger - Regie Mit einem Essay von Prof. Dr. Matthias Henke
Pressestimmen: „Krenek-Forscher Prof. Dr. Matthias Henke hat Text und Musik, die als verschollen galt, aus aufgefundenen Quellen rekonstruiert. Und Prof. Reinhard Karger hat das Stück mit Studierenden der Uni-Fachrichtung Musik wieder auf die Bühne gebracht. Genauer: auf eine Art Kasperlebühne. In diesem Guckkasten führen neue Akteure ein wunderbares Spiel auf: eine strenge, stilisierte Aktion, die immer wieder in lapidare, slapstickartige Komik umschlägt. ... Das Stück lebt von den famosen Darstellern ... Ein wunderbarer Theaterabend im voll besetzten Eulensaal. Und eine Inszenierung, der man weitere Aufführungen mit viel Publikum wünscht.“ HNA, 30.4.07 „Diese minimalistische Darstellung, punktgenau choreographiert und durchgeplant, das hat das Publikum gestern schon begeistert. ...Zu bewundern ist der Pianist Helmut Vivell, dafür, dass er gleichzeitig Klavier spielt und ein kleines, selbst gebautes Schlagzeug bedient: ein Multiinstrumentalist an den Tasten. ... Sprechchöre, so unglaublich synchron, dass manch altgedienter Schauspieler wirklich neidisch werden könnte.“ Frühkritik hr2, 28.4.07 |
27., 28. April 2007 20 Uhr |
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TarquinKammeroper in zwei Teilen von Ernst Krenek op. 90Drama mit Musik nach Emmet Lavery Wie wird man zum Diktator? Dieser Frage spürt Ernst Krenek in seiner 1940 entstandenen Kammeroper Tarquin nach. Ihn, den österreichischen Komponisten, der einen Schwarzen zum Helden seiner 1926 in Kassel komponierten Oper Jonny erklärt hatte und wenige Jahre später mit Karl V. die erste Zwölfton-Oper der Musikgeschichte schuf, betrachteten die nationalsozialistischen Kulturbanausen als den Vertreter „entarteter Musik“ schlechthin. So kam es, dass er 1938, nachdem die Hitler-Truppen Wien besetzt hatten, in die USA fliehen musste. Wie wird man zum Diktator? Dieser Frage nähert sich Krenek folglich als Betroffener, als Einer, den der Größenwahn Hitlers beinahe zermalmt hätte. Seine avantgardistische, zwischen Sentiment und Satire angesiedelte Kammeroper ist mithin auch ein (Über-)Lebenszeichen, ein Triumphgesang, der Typen wie Tarquin alias Hitler als das entlarvt, was sie sind: Verbrecher.
Konzertante Aufführung
Gastspiel der Anton-Bruckner-Privatuniversität Ausführende Marius/Tarquin (Bariton) - Martin Kiener Corinna (Sopran) - Barbara Bretbacher Cleon (Tenor) - Matthäus Schmidlechner Erzbischof (Bass) - Helmut Bogengruber Kanzler (Tenor) - Ivan Yonkov Tonio (Sprechrolle) - Simon Schneider General Bruno (Sprechrolle) - Robert Traxler Offizier (Sprechrolle) - Stefan Leonhardsberger
Ein Kammerensemble der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz
Musikalische Leitung - Thomas Kerbl Inszenierung - Alexander Hauer Lichtdesign - Ingo Kelp
Mit einem Essay von Prof. Dr. Matthias Henke Pressestimmen: „Die Partitur ist von einer sehr präzisen Ausdruckskraft und stets am Geschehen und den Protagonisten orientiert. ... Die Linzer Studierenden agierten unter der Leitung von Thomas Kerbl vorzüglich. Die drei Hauptrollen waren mit guten Stimmen besetzt – Martin Kiener als Tarquin, Barbara Bretbacher als Corinna und Matthäus Schmiedlechner als Cleon. ..." HNA, 18.5.2007 |
16. Mai 2007 20 Uhr
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Das Vogler-Quartettspielt Widmann, Haydn und SchumannDas Licht ist bei Haydn. Er ist ein Künstler der Aufklärung, der um der Erkenntnis willen halsbrecherische Experimente wagt und die Syntax sprengt und die Schwerkraft aushebelt und Gemische, explosive, zusammenbraut. Der Schatten ist bei Schumann. Er ist ein Künstler der Romantik, des Nachtstücks, des geheimnisvollen Umhüllung, des Andeutens, des Traums. Wie aber Jörg Widmann, der 1973 geborene Komponist und Klarinettist? Er vermag beide zu umarmen, gedenkt hier, in seinem Choralquartett des kühnen Haydns, huldigt dort in seinem Violinkonzert Kreisleriana des dichterliebenden Schumanns. Immer aber ist Widmann geneigt, dem Rausch zu Verfallen, die Extreme auszuloten, der Tiefen wie Höhen, der Geschwindigkeit wie des Stillstands. ! Widmann Ausführende Vogler-Quartett Tim Vogler & Frank Reinecke - Violine Stefan Fehlandt - Viola Stephan Forck - Violoncello Widmann, IV. Streichquartett Haydn, Streichquartett Es-Dur op. 64 Nr. 6 Schumann, Streichquartett A-Dur op. 41 Nr. 3
Mit einem Essay von Prof. Dr. Matthias Henke |
1. Juli 2007 11 Uhr
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Die Späte WeltReinhard KargerSechs geistliche Stücke für 8stimmigen gemischten Chor, Solosopran, Mandoline und KontrabassUraufführung
Reinhard Kargers Inspirationspool für die Titelgebung seines sechsteiligen Zyklus für Chor, Sopran, Mandoline und Kontrabass ist das Libretto von Johann Adam Birckenstocks Kantate zur Einweihung der wieder errichteten Johannis Kirche Wolfsanger im Jahre 1725. Der Text der Kantate ist erhalten, die Musik des Kasseler Hofkomponisten ist verschollen. Wie diese Kantate geklungen hat, in welcher die Huldigung des Landgrafen mit der Verehrung Gottes eine gleichsam naturwüchsige Einheit bildete, wir können es uns dennoch vorstellen: eine Art „Bach en miniature“. Wie aber ist es heute mit der damals selbstverständlichen Tonalität bestellt, welche ein getreues Abbild der politischen und religiösen Hierarchien darstellte? Reinhard Kargers Stücke sind Versuche, von heute aus, mit den modernen Kompositionsverfahren und der spirituellen Ernüchterung der „späten Welt“, in die kirchenmusikalische Überlieferung hinein zu horchen. Die Titel der Stücke lauten Die Opffer - Schönster Ort - Die späte Welt - Dort oben - Meine Seele - Die Hertzen. Barocke Wegweiser aus der Vergangenheit, die sich im Klangkosmos der Gegenwart platzieren. Die späte WeltReinhard Karger (2004/07)
Sechs Geistliche Stücke für gemischten Chor, Sopran, Mandoline und Kontrabass Ausführende
Cantiamo - Chor der Universität Kassel Andreas Cessak - Leitung
Traudl Schmaderer - Sopran Gertrud Weyhofen - Mandoline Kerstin Matern - Kontrabass
Mit einem Essay von Verena Joos
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe achtmal alte Brüderkirche
Pressestimmen: „Höchst erfolgreich wurde nun die komplette Fassung von Kargers sechs geistlichen Stücken ... uraufgeführt. Keinen ungebrochenen sakralen Schönklang à la Gorecki und Pärt hörten die 180 Besucher in der Alten Brüderkirche. Vielmehr hat Karger traditionelle Schönheit – im ersten Stück etwa Choralanklänge und eine lange Sopranmelodie – in brüchige Kontexte gefügt. Beispielsweise lässt er traditionelle Akkorde in lautmalerisches Murmeln übergehen. Eine große Qualität liegt in dem dramaturgisch geschärften Formgefühl, mit dem er solche ungleichartigen Elemente verbunden hat.... Unter der Leitung vn Andreas Cessak sorgten der Unichor Cantiamo sowie Traudl Schmaderer (Sopran), Gertrud Weyhofen (Mandoline) und Kerstin Lück-Matern (Kontrabass) für eine eindrucksvolle Realisation. Ergänzt wurde die ohne Kitsch berührende Musik von einem glänzenden Essay der Autorin Verena Joos. ...“ HNA. 8.6.2007
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8. Juli 2007 18 Uhr zu Gast in der Alten Brüder Kirche |
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KreutzersonateMerlin Ensemble WienHerrmann Beil - RezitationMan könnte von einem musikhistorischen Dreisatz sprechen: Zunächst, im Jahr 1803, komponiert Ludwig van Beethoven seine Violinsonate A-Dur op.47, die er dem französischen Geiger Rodolphe Kreutzer widmet. Dann, 1889, verfasst der russische Schriftsteller Leo Tolstoi eine Die Kreutzersonate betitelte Erzählung – das Psychogramm einer zerrütteten Ehe, deren Ende durch eine Aufführung der gleichnamigen Musik eingeleitet wird. Und schließlich, 1909, schreibt der mährische Komponist Leoš Janácek, inspiriert durch die Novelle Tolstois, ein Klaviertrio. Das heute verschollene Werk sei in Janáceks 1923 vollendetem Ersten Streichquartett aufgegangen, lautet die These einiger Musikologen. Der Pianist und Komponist Till Alexander Körber nahm sie beim Wort, um so dem Streichquartett das verlorene Klaviertrio abzugewinnen. Ludwig van Beethoven, Kreutzersonate für Klavier und Violine A-Dur op. 47 Leoš Janácek, Kreutzersonate bearbeitet von Till A. Körber für Klaviertrio Leo Tolstoi, Kreutzersonate Hermann Beil liest aus der Erzählung Tolstois
Geniale Kreutzersonaten Hermann Beil und das Merlin Ensemble beim Soundcheck im Eulensaal Von Georg Pepl KASSEL. Ein Großer des deutschsprachigen Theaters beehrte die jüngste Veranstaltung der Soundcheck-Reihe: Hermann Beil, Wiener des Jahrgangs 1941, als Dramaturg langjähriger Weggefährte Claus Peymanns und von Thomas Bernhard einst in dem Dramolett „Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese“ literarisch verewigt. Im Eulensaal der Murhardschen Bibliothek las Beil aus Leo Tolstois Novelle „Die Kreutzersonate“. Gefesselt war man von Beils Sprachkunst, seinem melodiösen, feinen, dabei eindringlichen Burgtheaterdeutsch. Da die Wiener der bitteren Tragik eine klitzekleine Prise Süffisanz beimischen, erschien hier insbesondere Tolstois Tirade über die aufpeitschende Sinnlichkeit der Musik nicht weit entfernt vom Duktus Thomas Bernhards, was naturgemäß zum Auflachen animierte. Neben der Lesung gab es die „Kreutzersonaten“-Musiken von Beethoven und Janácek, gespielt vom Merlin Ensemble Wien: Martin Walch (Violine), Cyrille Tricoire (Violoncello), Till Alexander Körber (Klavier). Als Besonderheit erklang eine überzeugende, vom Pianisten arrangierte Klaviertrio-Fassung von Janáceks erstem Quartett. Stilistisch auf dem neuesten Stand das Streicherspiel: kein breiter Pinsel, sondern eine ausgefeilte Klangrede. So war es auch musikalisch ein Abend des sehr hohen Niveaus. HNA, 8.9.2007 |
6. September 2007 20 Uhr |
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Hanns EislerReiner BredemeyerZwei Komponisten aus dem anderen DeutschlandHanns Eisler und Reiner Bredemeyer – zwei Komponisten aus dem anderen Deutschland: Beide bekennende, aber auch kritische und stets aneckende DDR-Bürger, beide dem Theater zugetan, Eisler durch seine lebenslange Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht, Bredemeyer, der Jüngere, Eislers Erbe weitertragend, durch seine dreieinhalb Jahrzehnte währende Tätigkeit als musikalischer Leiter und Komponist am Deutschen Theater Berlin, beide Protagonisten einer Musikästhetik, die gestische Fasslichkeit und intelligentes Musikantentum mit den Errungenschaften der westlich geprägten „Neuen Musik“ zu verbinden sucht, beide bis zum Schluss Suchende, hin- und her geworfen zwischen Euphorie, Galgenhumor und Verzweiflung… Reiner Bredemeyer schrieb im September 1995, zwei Monate vor seinem Tod: „Eisler wollte die Dummheit in der Musik bekämpfen … er selbst hielt den Kampf Ende der 50er Jahre für verloren. Nun gut, "wir" haben keinerlei Chance: nützen wir sie.“ Das Kammerensemble Neue Musik Berlin präsentiert Werke für Streicher in einem Panorama von Eislers frühem „Scherzo für Streichtrio“ von 1920 bis zu Bredemeyers 1992 komponiertem „fUEnfzig fUEr JUErg“ für Viola solo, das in diesem Konzert uraufgeführt wird. Kammerensemble Neue Musik Berlin
Steffen Tast - Violine Kirstin Maria Pientka - Viola Rintela Riemke - Violoncello
Dr. Ute Bredemeyer - Moderation
Hanns Eisler (1898-1962) Präludium und Fuge über B-A-C-H für Streichtrio, op. 46 (1934)
Reiner Bredemeyer (1929-1995) 5 Stücke für Violine und Violoncello (1952)
Hanns Eisler Duo für Violine und Violoncello op. 7/1 (1924)
Reiner Bredemeyer Acht Stücke für Streichtrio (1971)
Reiner Bredemeyer fUEnfzig fUEr jUErg für Viola (1992)
Reiner Bredemeyer Solo 1 für Violoncello (1973)
Reiner Bredemeyer Solo 3 für Viola und J.K.F. (1975)
Hanns Eisler Scherzo für Streichtrio (1920)
Pressestimmen: „Drei ausgezeichnete Streicher des Kammerensembles Neue Musik Berlin, Steffen Tast (Violine), Kirstin Maria Pientka (Viola) und Ringela Riemke (Violoncello), spielten Werke von Eisler und Bredemeyer, darunter auch zwei öffentliche Bredemeyer-Uraufführungen. Besonders gewichtig: Seine „Acht Stücke für Streichtrio“, expressive Musik in der Webern-Nachfolge. HNA, 2.10.2007 |
30. September 2007 11 Uhr |
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Schatten, Staub und WindEin Versuch über die VergänglichkeitDenn alle Lust will Ewigkeit, also lässt Friedrich Nietzsche seinen Zarathustra sprechen. Nicht bedenkend freilich, dass eben genau diese Ewigkeit, zumal, wenn sie auch noch „tief, tief“ sein soll, den end-gültigen Tod der Lust bedeuten würde. Was wir ewig haben, müssen wir nicht begehren. Und einzig und allein aus jener Differenz zwischen Begehren und Erfüllung, deren Aufhebung uns nur in besonderen, „göttlichen“ Momenten geschenkt wird, besteht doch das rätselhaft anziehende Magnetfeld der Lust. Claudio Monteverdi hat diesem Magnetfeld zwischen Ekstase und Verzweiflung, Verschmelzungswahn und Auflösungsfantasie, Liebe und Tod sein musikalisches Alphabet geschenkt. Takemitsu und Karger: zwei gelehrige Schüler, die Monteverdis Spuren in die Jetztzeit folgen. „Trio Usignolo“ – das heißt „Nachtigall-Trio“. Christian Andersens Märchen „Der Kaiser und die Nachtigall“ singt melancholisch das hohe Lied auf diesen Vogel, dessen Klangzauber nicht unbegrenzt verfügbar, sondern eben – vergänglich ist. Und genau dadurch kostbar wird. Nicht zufällig hat Reinhard Karger sein Stück „Schatten, Staub und Wind“ für dieses Trio geschrieben. Trio Usignolo Traudl Schmaderer – Gesang Constanze Betzl - Flöte Peter Ernst – Gitarre Mit einem Essay von Verena Joos
Claudio Monteverdi (1567-1643), Lasciatemi morir, Ah, sciocco mondo
Reinhard Karger (*1953), Nec sine te nec tecum
Claudio Monteverdi, Lamento della Ninfa, Udite, donne
Toru Takemitsu (1930-1996), Toward the sea Claudio Monteverdi, Mentre vaga Angioletta, Ardo e scoprir, Ballo delle ingrate |
28. November 2007 20 Uhr |